Sascha Gast
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Verfasst am: 12.01.2007, 22:08 Titel: Cannabis |
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Alles was man über Cannabis wissen sollte:
Cannabis ist der lateinische wissenschaftliche Name der Hanfpflanze und wird im Volksmund auch als Sammelbegriff für die aus Hanf hergestellten Rauschmittel, insbesondere Marihuana und Haschisch, verwendet. Der Wortstamm Canna kommt aus dem Indischen und bedeutet Hanf.
Die berauschende Wirkung der Hanfpflanze ist bedingt durch die darin enthaltenen Wirkstoffe, insbesondere die Cannabinoide Δ-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), wenngleich bis jetzt noch nicht alle Bestandteile in ihrer Komplexität vollständig entschlüsselt wurden. Immerhin wurde schon 1995 von Ross angegeben, dass reines Cannabis etwa 480 Substanzen enthalte. Dabei ist von 66 Cannabinoiden delta-9-Tetrahydrocannabinoid (THC) der aktive Hauptmetabolit.
Diese Substanzen binden an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems im Zentralnervensystem des Organismus. Die endogenen Agonisten dieser Rezeptoren heißen Endocannabinoide und spielen eine wichtige Rolle bei der Modulation synaptischer Prozesse.
Die drei Hauptarten sind Nutzhanf, Indischer Hanf, Ruderalhanf, aus denen heute mehrere hundert Zuchtsorten entstanden sind. Im Allgemeinen hat indischer Hanf gegenüber dem Nutzhanf einen höheren relativen Anteil an beruhigendem CBD im Verhältnis zum Hauptwirkstoff THC. Ruderalhanf spielt für die Drogenproduktion kaum eine Rolle. Als Droge ist fast ausschließlich die weibliche, unbefruchtete Pflanze interessant, da diese die größte Wirkstoffkonzentration aufweist.
Blütenstand einer weiblichen HanfpflanzeDie bekanntesten Verwendungsformen sind
Marihuana: die getrockneten, weiblichen Blütenstände, möglichst unbefruchtet (ohne Samen), mit oder ohne anhängenden Blättern, werden geraucht (THC-Gehalt ca. 5 %).
Haschisch: das gepresste Harz der Hanfpflanze wird geraucht oder, in Fett gelöst, zur Zubereitung THC-haltiger Getränke und Speisen verwendet (THC-Gehalt bis zu 20 %).
Haschischöl: das mit Lösungsmitteln aus der Pflanze extrahierte Öl (das im chemischen Sinne allerdings kein Öl ist, sondern relativ reines THC) wird verdampft und eingeatmet, mit Tabak vermischt, auf Papier geträufelt und gelutscht, geraucht oder zur Zubereitung THC-haltiger Getränke und Speisen verwendet (THC-Gehalt bis zu 80 %).
In der Medizin wird meist reines THC verwendet. Im Labor kann lediglich die Delta-8-THC-Form synthetisiert werden, da künstlich hergestelltes Delta-9-THC zu instabil ist. Es weist nur ungefähr 70 % der Wirksamkeit der natürlichen Form auf, was wahrscheinlich auf das fehlende Zusammenspiel mit den vielen teilweise noch unerforschten Wirkstoffen des Hanfs zurückzuführen ist. Patienten beschreiben synthetisches THC im Vergleich zu natürlichem Cannabis oft als in seiner Wirkung unzureichend.
Je nach Anwendungsform variiert die Zeit bis zum Eintritt der Wirkung von einigen Minuten beim Inhalieren und zwischen 30 und 300 Minuten bei oraler Aufnahme. Die Wirkung hält selten länger als drei bis vier Stunden an, bei oralem Konsum werden aber auch deutlich längere Zeiträume berichtet. Cannabis kann unter anderem halluzinogen wirken, was sich meist in Form von leichten Wahrnehmungsveränderungen bei Farben, Formen, Geräuschen sowie der Zeitwahrnehmung äußert.
Die Folgen des Cannabis- bzw. THC-Konsums auf die Psyche sind vielfältig und abhängig von verschiedenen Faktoren, daher kann keine generelle Aussage getroffen werden, für welchen Personenkreis welche Dosis schädigend wirkt und unter welchen Umständen bereits einmaliger oder seltener Konsum schädigen könnte (wie bei Nikotin und Alkohol auch). Eine Garantie für einen gefahrlosen Konsum kann, wie bei anderen Drogen, nicht gegeben werden, zu vielschichtig sind die Ursachen, die zu einer Abhängigkeit oder anderen unerwünschten Auswirkungen führen.
Mögliche Faktoren für Verträglichkeit von Cannabis sind:
Persönliche Reife und biologisches Alter (Hirnreifung)
Stabilität der Psyche, die auch geprägt wird durch das äußere Umfeld
Häufigkeit des Konsums sowie Konsumerfahrung
konsumierte Menge, Darreichungsform und Wirkstoffgehalt
Mischkonsum mit anderen Drogen (auch Alkohol und Nikotin)
Vermutlich auch genetische Voraussetzungen
Das unmittelbare Umfeld
Die persönliche Verfassung und Umgebung, die Tagesform (vgl. Set und Setting)
Gefahr durch Illegalität
Da Cannabis in fast allen Ländern ausschließlich illegal erworben werden kann, bestehen weitere Gefahren, die in der Illegalität selbst begründet sind, wie zum Beispiel die Funktion von Cannabis als sog. Einstiegsdroge.
Um Cannabinoide über die Lunge auzufnehmen, müssen sie in eine inhalierbare Form gebracht werden. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Einmal können sie in Aerosolform gebracht werden, z. B. durch Zerstäubung mit einem Inhalator. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Cannabiswirkstoffe in einen gasförmigen Zustand zu überführen. Dies gelingt einerseits durch schonendes Erhitzen auf den Siedepunkt der Cannabinoide (verdampfen, vaporisieren) mittels eines Vaporizers oder andererseits durch verbrennen (rauchen). Es gibt viele Möglichkeiten, Cannabis zu rauchen, z. B. pur oder mit Tabak vermischt mittels Shillum, Bong oder Pfeife; als Joint, Blunt oder „Eimer“.
Auch für die orale Aufnahme gibt es mehrere Möglichkeiten. Da Cannabinoide fettlöslich sind, sind dafür fetthaltige Nahrungsmittel oder Trägerlösungen erforderlich. Cannabis kann direkt oder als Cannabisbutter in Gebäck verbacken werden oder mit Kakao/Schokolade gebunden werden. Weitere Möglichkeiten sind die Zubereitung eines alkoholischen Auszugs und die pharmazeutische Herstellung von Pflanzenextrakten oder THC in Reinform.
Die Belastung der Atemwege ist bei oraler Aufnahme und als Aerosolspray am geringsten. Eine Alternative mit verhältnismäßig geringer Atemwegsbelastung stellt das Vaporisieren dar. Dagegen schädigt das Rauchen wegen zahlreicher giftiger Verbrennungsprodukte dem Atemtrakt und den Verdauungstrakt. Es kann unter anderem zu chronischen Erkrankungen des Atmungssystems wie der chronischen Bronchitis und bei langjährigem Gebrauch zum Bronchialkarzinom führen. Die im Cannabisrauch enthaltene Teermenge entspricht in etwa der von Tabakrauch. Allerdings wird Cannabisrauch tiefer und länger inhaliert, was die Schadstoffexposition erhöht. Andererseits werden Joints oder Bongs üblicherweise seltener konsumiert als Zigaretten. Letztlich ist bei langjährigen Rauchern von einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Atmungssystems auszugehen, zusätzlich wird das Risiko der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant erhöht. Die Beimischung von Tabak verstärkt diese Risiken.
Im Gegensatz zu Tabak, welcher in Spuren vorhandene radioaktive Bestandteile aus dem Mineraldünger stark anreichert, enthält Cannabis keine radioaktiven Bestandteile, die über die natürliche Radioaktivität hinausgehen.
Grundsätzlich unterscheiden sich je nach Dealer die Preise und Mindestmengen, die abgenommen werden müssen. Beim Straßenhandel in Deutschland ist in aller Regel mit höheren Preisen, bei relativ schlechter Qualität zu rechnen. Bei besonders schlechter Qualität kann der Preis auch unter 5 €/g liegen.
Marihuana wird meist in Tütchen, Plastik- oder Alufolie verpackt verkauft. Einzelne Joints oder Blunts werden für rund 2,50 bis 5 €/Stück gehandelt. Als Richtwert für ein Gramm relativ hochwertiges Marihuana (beim Kauf kleiner Mengen) kann im Schnitt etwa 6 bis 7 €/g angenommen werden, bei einer Handelsspanne von ca. 4 €/g im Einzelhandel.
Haschisch von durchschnittlicher Qualität kostet etwa 3 bis 7 €/g. Dabei ist die Marge oft größer, weil oft Haschisch minderer Qualität im Umlauf ist, das bei größeren Mengen unter 3 €/g kostet. Andererseits sind auf dem Markt zuweilen sehr hochwertige Sorten erhältlich. z. B. „Nepal Temple Ball“ oder marokkanisches „Zero“-Haschisch, die über 10 €/g kosten. Die Bezeichnungen gehandelter Haschischsorten und ihr THC-Gehalt sind allerdings nicht einheitlich.
In den Niederlanden wird seit einiger Zeit mit einer neuartigen Extraktionsmethode („Ice-O-Lator“) aus Indoor-Marihuana hoch potentes Haschisch mit bis zu 70 % THC-Gehalt hergestellt, das in niederländischen Coffee Shops zu Preisen von 15 – 25 €/g gehandelt wird. Die Preise anderer Haschisch- und Marihuanasorten in den Niederlanden sind im Wesentlichen mit denen in Deutschland vergleichbar. Wegen behördlicher Auflagen dürfen Coffee Shops in den Niederlanden täglich höchstens 5 Gramm pro Person abgeben. Durch den größeren THC-Gehalt neuer Produkte lassen sich höhere Marktpreise erzielen, um den durch die behördlichen Auflagen bewirkten Umsatzrückgang zu kompensieren. |
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